Kosten & Beiträge
Was ist eine Alterungsrückstellung?
Der Sparanteil, der in jedem PKV-Beitrag steckt – einfach erklärt: wie er entsteht, wofür er gut ist, und was beim Versichererwechsel wirklich mit ihm passiert.
Der Begriff Alterungsrückstellung taucht in fast jedem Beratungsgespräch auf, wird aber selten wirklich erklärt. Dabei ist das Prinzip einfacher, als es klingt.
Das Prinzip in einem Satz
In jungen Jahren zahlen Sie einen Beitrag, der höher ist, als es Ihr aktuelles, statistisch geringes Krankheitsrisiko eigentlich erfordern würde. Die Differenz wird nicht verbraucht, sondern als Rücklage angespart – die Alterungsrückstellung. Im Alter, wenn die statistischen Kosten steigen, wird diese Rücklage genutzt, um den Beitrag zu stabilisieren, statt ihn im gleichen Maß steigen zu lassen wie das tatsächliche Risiko.
Wer verwaltet die Rückstellung?
Die Alterungsrückstellung wird individuell für jeden Versicherten beim jeweiligen Versicherer geführt und ist gesetzlich vor anderweitiger Verwendung geschützt. Sie gehört also wirtschaftlich zu Ihrem Vertrag, auch wenn sie nicht wie ein privates Sparkonto frei verfügbar ist.
Was passiert beim Wechsel des Versicherers?
Hier entsteht der größte Irrtum: Bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer wird nicht automatisch die volle individuell angesparte Rückstellung mitgenommen. Für Verträge, die seit 2009 abgeschlossen wurden, ist gesetzlich ein sogenannter Übertragungswert vorgesehen – er wird nach einer standardisierten Methode berechnet (orientiert am Basistarif) und ist in der Praxis meist niedriger als die individuell aufgebaute Rückstellung. Bei älteren Verträgen vor 2009 existiert häufig gar kein Übertragungswert. In beiden Fällen bedeutet das: Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter kostet in aller Regel einen Teil der bereits angesparten Vorleistung.
Warum eine hohe Rückstellung ein Argument gegen einen Wechsel ist
Je länger ein Vertrag läuft, desto höher ist in der Regel die angesparte Rückstellung – und desto teurer wird ein Wechsel zu einem anderen Versicherer im Verhältnis. Das ist ein wichtiger Grund, warum ein vermeintlich günstigerer Tarif eines anderen Anbieters bei genauerer Betrachnung oft nicht die bessere Wahl ist.
Häufige Fragen
Verliere ich meine Alterungsrückstellung bei einem Versichererwechsel?
Bei Verträgen, die seit 2009 abgeschlossen wurden, wird ein gesetzlich festgelegter Übertragungswert an den neuen Versicherer mitgegeben. Ein Teil der individuell aufgebauten Rückstellung geht dabei in der Praxis dennoch meist verloren, was einen Wechsel oft unwirtschaftlich macht.
Kann ich meine Alterungsrückstellung einsehen?
Ja, jeder Versicherer muss auf Anfrage die Höhe der individuell angesparten Alterungsrückstellung mitteilen.
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Nächster Schritt
Wissen Sie, wie hoch Ihre Rückstellung ist?
In einem kurzen, kostenlosen Gespräch prüfe ich gemeinsam mit Ihnen, was das für Ihre Tarifoptionen bedeutet.
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