Für Selbstständige
PKV für Selbstständige: Worauf wirklich achten
Als Selbstständiger haben Sie freie Tarifwahl – und damit auch die volle Verantwortung, keine Lücke bei der Existenzabsicherung zu übersehen.
Als Selbstständiger, Freiberufler oder Gewerbetreibender können Sie unabhängig von einer Einkommensgrenze in die private Krankenversicherung wechseln – anders als Angestellte müssen Sie keine Versicherungspflichtgrenze überschreiten. Diese Freiheit ist gleichzeitig die größte Falle: Wer nur auf den Beitrag schaut, übersieht leicht den wichtigsten Baustein.
Krankentagegeld ist kein Extra, sondern der Kern
Angestellte erhalten bei Krankheit bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, danach übernimmt die Krankenkasse Krankengeld. Als Selbstständiger gibt es diese Auffangebenen nicht: Ohne Krankentagegeld-Baustein endet Ihr Einkommen faktisch ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, während laufende Kosten – Miete, Personal, private Ausgaben – unverändert weiterlaufen.
Beitragsstabilität wichtiger als Einstiegspreis
Gerade weil Selbstständige den vollen Beitrag allein tragen, ist die Versuchung groß, den günstigsten Einstiegstarif zu wählen. In der Praxis zahlt sich das selten aus: Tarife mit besonders niedrigen Einstiegsbeiträgen kalkulieren oft knapper, was sich über die Vertragsjahre in überdurchschnittlichen Beitragsanpassungen bemerkbar machen kann. Ein Blick auf die bisherige Beitragsentwicklung des Tarifs und die Substanz des Versicherers ist mindestens so wichtig wie der Preis im ersten Jahr.
Schwankendes Einkommen ändert den PKV-Beitrag nicht automatisch
Anders als der GKV-Beitrag ist der PKV-Beitrag nicht einkommensabhängig, sondern richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang. Das bedeutet: Auch in umsatzschwachen Monaten oder Jahren bleibt der Beitrag zunächst gleich. Wer als Selbstständiger stark schwankende Einnahmen hat, sollte das bei der Wahl der Beitragshöhe von Anfang an mit einkalkulieren, statt sich am besten Jahr zu orientieren.
Der Basistarif als Auffangnetz – aber kein Startpunkt
Jeder PKV-Versicherer muss einen sogenannten Basistarif anbieten, dessen Leistungen dem GKV-Niveau entsprechen und dessen Beitrag gedeckelt ist. Er dient als Absicherung für den Fall, dass reguläre Beiträge finanziell nicht mehr tragbar sind – nicht aber als sinnvoller Einstiegstarif, da er in der Regel schlechter kalkuliert ist als reguläre Tarife mit vergleichbarer Leistung.
Mehr zu den grundsätzlichen Zugangswegen in die PKV: Wer darf überhaupt in die PKV wechseln?
Der große Überblick: PKV oder GKV? Der ehrliche Vergleich
Vertiefung: Krankentagegeld erklärt
Häufige Fragen
Ist Krankentagegeld für Selbstständige Pflicht?
Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis unverzichtbar. Ohne Krankentagegeld haben Selbstständige ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit kein Einkommen mehr aus der Krankenversicherung.
Was passiert, wenn sich das Einkommen als Selbstständiger stark verändert?
Der PKV-Beitrag ist unabhängig vom Einkommen kalkuliert, ändert sich also nicht automatisch mit Umsatzschwankungen. Wichtig ist trotzdem, die Karenzzeit und Höhe des Krankentagegelds regelmäßig an die tatsächlichen laufenden Kosten anzupassen.
Speziell für Mediziner: PKV für Ärzte und Zahnärzte
Nächster Schritt
Ist Ihr Krankentagegeld richtig kalkuliert?
In einem kurzen, kostenlosen Gespräch prüfen wir Ihre Existenzabsicherung gemeinsam.
Kostenlose PKV-Beratung