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Physiotherapie in der PKV: Warum es keine feste Gebührenordnung gibt

Anders als bei ärztlichen Leistungen gibt es für Physiotherapeuten keine GOÄ – das hat für Privatversicherte spürbare Folgen.

Von Kai Stockschläder · Versicherungsmakler §34d GewO · über 20 Jahre Erfahrung · Zuletzt geprüft: 28.08.2026

Kategorie: Leistungen

Nach einem Bandscheibenvorfall bekommt ein Kunde von mir sechsmal Physiotherapie verordnet. Die erste Praxis will 38 Euro pro Sitzung, die zweite 52 Euro – für dieselbe Leistung, in derselben Stadt. Wer aus der GKV kommt, ist von so etwas überrascht. Wer privat versichert ist, sollte es nicht sein.

Der Unterschied zur ärztlichen Abrechnung

Für Ärzte gilt die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit festen Sätzen und einem Steigerungsfaktor. Für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und andere Heilmittelerbringer existiert keine vergleichbare bundesweite Gebührenordnung. Jede Praxis kalkuliert ihre Preise frei. Manche Versicherer orientieren sich in ihren Tarifbedingungen an der Bundesbeihilfeverordnung, andere nennen eigene Höchstsätze – ein einheitlicher Maßstab für "die PKV" existiert nicht, nur der jeweilige Tarif.

Was eine Verordnung leisten muss

Kostenübernahme setzt zunächst eine ärztliche oder zahnärztliche Verordnung voraus. Die Behandlung muss außerdem dem Bedarfsdeckungsprinzip entsprechen: Sie muss der Heilung oder Linderung einer tatsächlich bestehenden Krankheit dienen, nicht einem allgemeinen Wellness- oder Fitnessziel. Eine Verordnung "auf Verdacht" oder "zur Vorbeugung" wird in der Regel nicht anerkannt.

Praxishinweis: Bei umfangreicheren Verordnungsreihen oder ungewöhnlich hohen Preisen lohnt sich vorab eine kurze Anfrage beim Versicherer, welcher Betrag je Sitzung erstattet wird. Das dauert meist nur wenige Tage und verhindert eine böse Überraschung bei der Abrechnung.

Was beim Tarifvergleich konkret zu prüfen ist

Wenn die Rechnung höher ausfällt als erwartet

Reicht der Erstattungssatz des Tarifs nicht an die tatsächliche Rechnung heran, bleibt die Differenz beim Versicherten hängen – anders als bei GOÄ-Leistungen gibt es hier keinen "Regelhöchstsatz" als verlässlichen Orientierungswert für die gesamte Branche. Ein Blick in die eigenen Tarifbedingungen vor der ersten Behandlung ist deshalb kein Formalismus, sondern schützt vor konkreten Kosten.

Häufige Fragen

Warum gibt es für Physiotherapie keine feste Gebührenordnung wie die GOÄ für Ärzte?

Physiotherapeuten sind keine approbierten Ärzte und unterliegen nicht der GOÄ. Sie kalkulieren ihre Preise frei, weshalb Praxen innerhalb Deutschlands unterschiedliche Preise verlangen können.

Reicht eine ärztliche Verordnung allein für die Kostenübernahme?

Die Verordnung ist Voraussetzung, aber keine Garantie. Der Tarif entscheidet zusätzlich über Erstattungssatz, maximale Sitzungszahl je Verordnung und mögliche Zuzahlungen.

Mehr zum Grundprinzip: Heil- und Hilfsmittel im PKV-Lexikon · Osteopathie in der PKV

Rechtsgrundlagen und Quellen

Für Heilmittel wie Physiotherapie besteht keine eigene gesetzliche Gebührenordnung; maßgeblich sind die individuellen Versicherungsbedingungen (AVB) des jeweiligen Tarifs. Viele Versicherer orientieren sich dabei an der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV).

Nächster Schritt

Deckt Ihr Tarif Heilmittel ausreichend ab?

In einem kurzen, kostenlosen Gespräch prüfe ich, wie Ihr aktueller oder geplanter Tarif Physiotherapie und andere Heilmittel konkret regelt.

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Kai Stockschläder
Kai Stockschläder
Versicherungsmakler §34d Abs. 1 GewO · Partner der Verticus AG · über 20 Jahre Erfahrung
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