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Physiotherapie in der PKV: Warum es keine feste Gebührenordnung gibt
Anders als bei ärztlichen Leistungen gibt es für Physiotherapeuten keine GOÄ – das hat für Privatversicherte spürbare Folgen.
Kategorie: Leistungen
Nach einem Bandscheibenvorfall bekommt ein Kunde von mir sechsmal Physiotherapie verordnet. Die erste Praxis will 38 Euro pro Sitzung, die zweite 52 Euro – für dieselbe Leistung, in derselben Stadt. Wer aus der GKV kommt, ist von so etwas überrascht. Wer privat versichert ist, sollte es nicht sein.
Der Unterschied zur ärztlichen Abrechnung
Für Ärzte gilt die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit festen Sätzen und einem Steigerungsfaktor. Für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und andere Heilmittelerbringer existiert keine vergleichbare bundesweite Gebührenordnung. Jede Praxis kalkuliert ihre Preise frei. Manche Versicherer orientieren sich in ihren Tarifbedingungen an der Bundesbeihilfeverordnung, andere nennen eigene Höchstsätze – ein einheitlicher Maßstab für "die PKV" existiert nicht, nur der jeweilige Tarif.
Was eine Verordnung leisten muss
Kostenübernahme setzt zunächst eine ärztliche oder zahnärztliche Verordnung voraus. Die Behandlung muss außerdem dem Bedarfsdeckungsprinzip entsprechen: Sie muss der Heilung oder Linderung einer tatsächlich bestehenden Krankheit dienen, nicht einem allgemeinen Wellness- oder Fitnessziel. Eine Verordnung "auf Verdacht" oder "zur Vorbeugung" wird in der Regel nicht anerkannt.
Was beim Tarifvergleich konkret zu prüfen ist
- Erstattungssatz je Sitzung – pauschal in Euro oder prozentual zur Rechnung?
- Maximale Anzahl Sitzungen je Verordnung oder je Kalenderjahr.
- Hausbesuche – werden Fahrtkosten oder Zuschläge des Therapeuten mit erstattet?
- Eigenanteil – manche Tarife sehen eine feste Zuzahlung je Verordnung vor.
Wenn die Rechnung höher ausfällt als erwartet
Reicht der Erstattungssatz des Tarifs nicht an die tatsächliche Rechnung heran, bleibt die Differenz beim Versicherten hängen – anders als bei GOÄ-Leistungen gibt es hier keinen "Regelhöchstsatz" als verlässlichen Orientierungswert für die gesamte Branche. Ein Blick in die eigenen Tarifbedingungen vor der ersten Behandlung ist deshalb kein Formalismus, sondern schützt vor konkreten Kosten.
Häufige Fragen
Warum gibt es für Physiotherapie keine feste Gebührenordnung wie die GOÄ für Ärzte?
Physiotherapeuten sind keine approbierten Ärzte und unterliegen nicht der GOÄ. Sie kalkulieren ihre Preise frei, weshalb Praxen innerhalb Deutschlands unterschiedliche Preise verlangen können.
Reicht eine ärztliche Verordnung allein für die Kostenübernahme?
Die Verordnung ist Voraussetzung, aber keine Garantie. Der Tarif entscheidet zusätzlich über Erstattungssatz, maximale Sitzungszahl je Verordnung und mögliche Zuzahlungen.
Mehr zum Grundprinzip: Heil- und Hilfsmittel im PKV-Lexikon · Osteopathie in der PKV
Rechtsgrundlagen und Quellen
Für Heilmittel wie Physiotherapie besteht keine eigene gesetzliche Gebührenordnung; maßgeblich sind die individuellen Versicherungsbedingungen (AVB) des jeweiligen Tarifs. Viele Versicherer orientieren sich dabei an der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV).
Nächster Schritt
Deckt Ihr Tarif Heilmittel ausreichend ab?
In einem kurzen, kostenlosen Gespräch prüfe ich, wie Ihr aktueller oder geplanter Tarif Physiotherapie und andere Heilmittel konkret regelt.
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