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Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung: Zwei Monate Zeit

Wenn der Beitrag steigt, öffnet sich ein enges Zeitfenster, den Vertrag außerplanmäßig zu beenden.

Von · Konzernunabhängiger Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) · über 20 Jahre Erfahrung · Zuletzt geprüft: 28.08.2026

Kategorie: Wechsel

Gestapelte Umzugskartons in einer leeren, hellen Wohnung.

Der Brief mit der Beitragsanpassung sorgt regelmäßig für Verunsicherung – und für die Frage, ob man sich das gefallen lassen muss. Die Antwort: nicht zwangsläufig. Das Gesetz räumt in diesem Fall ein eigenes, schnelleres Kündigungsrecht ein.

Ob Ihr Tarif 2027 überhaupt angepasst wird oder eine Beitragsgarantie hat, zeigt die Übersicht PKV-Beitragsanpassungen 2027 mit den bisherigen Angaben der Gesellschaften.

Die gesetzliche Grundlage

Nach § 205 Abs. 2 und 4 VVG besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht oder die Leistungen einschränkt. Anders als bei der ordentlichen Kündigung mit ihrem festen Jahresrhythmus greift hier eine kürzere, aber auch engere Frist.

Die Zwei-Monats-Frist im Detail

Die Sonderkündigung ist innerhalb von zwei Monaten ab Zugang der Änderungsmitteilung möglich – also des Schreibens, mit dem der Versicherer die Erhöhung ankündigt. Der Vertrag endet dann zu dem Zeitpunkt, ab dem der höhere Beitrag tatsächlich fällig würde, nicht erst zum Jahresende wie bei der ordentlichen Kündigung.

Praxishinweis: Nach § 205 Abs. 6 VVG muss innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung eine neue Krankenversicherung nachgewiesen werden, damit die Kündigung wirksam bleibt. Wer sich also gegen einen Versicherer entscheidet, sollte parallel bereits an einem Anschlussvertrag arbeiten – nicht erst danach.

Wofür sich dieses Recht eignet – und wofür nicht

Das Sonderkündigungsrecht ist speziell an eine Beitragserhöhung oder Leistungseinschränkung gekoppelt. Wer aus anderen Gründen wechseln möchte, etwa weil ein günstigerer Tarif gefunden wurde, ohne dass der eigene Beitrag gerade gestiegen ist, muss den regulären Weg über die ordentliche Kündigung gehen.

Wer zum 1. Januar 2027 eine Erhöhung erhalten hat, findet die einzelnen Prüfschritte in PKV-Beitragserhöhung 2027.

Häufige Fragen

Ab wann läuft die Zwei-Monats-Frist beim Sonderkündigungsrecht?

Ab Zugang der Änderungsmitteilung, also des Schreibens, mit dem der Versicherer die Beitragserhöhung ankündigt – nicht erst ab dem Zeitpunkt, an dem der höhere Beitrag tatsächlich fällig wird.

Muss ich beim Sonderkündigungsrecht sofort einen neuen Vertrag haben?

Nicht sofort bei der Kündigung, aber innerhalb von zwei Monaten danach muss der Nachweis einer Anschlussversicherung erfolgen, damit die Kündigung wirksam bleibt.

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Rechtsgrundlagen und Quellen

§ 205 Abs. 2 und 4 VVG (Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung oder Leistungseinschränkung), § 205 Abs. 6 VVG (Nachweispflicht der Anschlussversicherung).

Nächster Schritt

Beitragserhöhung erhalten?

Bevor Sie kündigen: Ich prüfe kostenlos, ob ein Tarifwechsel bei Ihrem Versicherer günstiger ist als ein Anbieterwechsel, und behalte die Frist von zwei Monaten im Blick.

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Kai Stockschlaeder
Kai Stockschlaeder
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