Wechsel & Lebensphasen
Anonyme Risikovoranfrage: PKV-Chancen klären, bevor Sie einen Antrag stellen
Bei Vorerkrankungen entscheidet die Gesundheitsprüfung. Mit einer anonymen Voranfrage erfahren Sie vorher, zu welchen Bedingungen Versicherer Sie nehmen würden, ohne dass ein abgelehnter Antrag entsteht.
Kategorie: Wechsel & Lebensphasen
Kurz beantwortet
Bei einer anonymen Risikovoranfrage legt ein Makler mehreren Versicherern Ihre Gesundheitsangaben ohne Namen vor und fragt, zu welchen Bedingungen sie Sie versichern würden: normal, mit Risikozuschlag, mit Leistungsausschluss oder gar nicht. So erfahren Sie Ihre Chancen, ohne dass ein abgelehnter Antrag entsteht, nach dem spätere Antragsformulare fragen. Die Antworten sind unverbindlich, und beim echten Antrag gilt die volle Anzeigepflicht nach § 19 VVG.
Wer mit einer Vorerkrankung direkt einen Antrag stellt, riskiert eine Ablehnung, die er bei späteren Anträgen angeben muss, wenn danach gefragt wird. Die anonyme Risikovoranfrage dreht die Reihenfolge um: erst die Chancen bei mehreren Gesellschaften klären, dann gezielt dort beantragen, wo die Bedingungen passen.
Wofür die Voranfrage da ist
Eine Ablehnung ist für sich genommen kein Makel, sie hat aber Folgen: Die meisten Antragsformulare fragen, ob schon einmal ein Antrag auf Krankenversicherung abgelehnt wurde. Diese Frage müssen Sie dann wahrheitsgemäß beantworten. Eine anonyme Voranfrage ist kein Antrag und wird ohne Namen gestellt, deshalb entsteht dabei keine Ablehnung, die mit Ihnen verbunden ist.
Oft wird behauptet, die Voranfrage verhindere einen Eintrag im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS). Für die private Krankenversicherung trifft das nicht zu: Sie ist nach der Darstellung des GDV gar nicht an das HIS angeschlossen. Der eigentliche Grund für die Voranfrage ist die Frage nach früheren Ablehnungen im Antrag. Mehr dazu: Antrag abgelehnt: Was jetzt?
So läuft sie ab
- Unterlagen sammeln. Grundlage sind möglichst vollständige Angaben zu Diagnosen, Behandlungen und Medikamenten (siehe nächster Abschnitt).
- Angaben ohne Namen aufbereiten. Der Makler fasst Ihre Gesundheitsangaben so zusammen, wie ein Versicherer sie für die Risikoprüfung braucht, ohne Namen und ohne Adresse.
- Mehrere Gesellschaften gleichzeitig anfragen. Weil jede Gesellschaft Vorerkrankungen anders bewertet, lohnt sich der parallele Blick auf mehrere Versicherer.
- Antworten vergleichen. Die Rückmeldungen reichen von Annahme ohne Zuschlag bis Ablehnung. Verglichen werden nicht nur Zuschläge, sondern auch Ausschlüsse und der Leistungsumfang des Tarifs.
- Gezielt beantragen. Erst dann wird bei der Gesellschaft mit den passenden Bedingungen ein Antrag gestellt, mit Namen und vollständigen Gesundheitsangaben.
So sieht das bei mir aus: Am Anfang steht ein Erstgespräch von etwa 15 bis 30 Minuten, in dem ich Ihre Vorgeschichte und Ihre Unterlagen aufnehme. Danach stelle ich die Anfrage an die Gesellschaften. Dabei arbeite ich mit dem zehnköpfigen Risikoteam der verticus AG zusammen, deren Kooperationspartner ich bin. Das Team weiß aus Erfahrung, welche Gesellschaften bei welchen Erkrankungen Angebote zeichnen und welche nicht. Wie viele Gesellschaften angefragt werden, hängt deshalb von der Vorerkrankung ab; in der Regel sind es zehn bis zwanzig oder mehr. Erste Ergebnisse liegen nach meiner Erfahrung nach einem bis fünf Tagen vor.
Die Risikovoranfrage ist bei mir Teil der Beratung und kostet Sie nichts. Wie das Erstgespräch abläuft: Ehrliche PKV-Beratung: So arbeite ich als Versicherungsmakler.
Welche Unterlagen Sie brauchen
- Auskunft Ihrer Krankenkasse über in Anspruch genommene Leistungen. Gesetzlich Versicherte können sie auf Antrag verlangen (§ 305 Abs. 1 SGB V). Sie hilft, keine Behandlung zu vergessen, und zeigt, welche Diagnosen dort gespeichert sind.
- Arztberichte und Befunde zu den Erkrankungen, die in den Gesundheitsfragen abgefragt werden.
- Aktuelle Medikation mit Wirkstoff und Dosierung.
- Angaben zum heutigen Stand: ob eine Erkrankung abgeschlossen ist, wie lange sie zurückliegt und wie die aktuellen Werte sind.
Je vollständiger die Angaben, desto belastbarer die Antwort. Lücken führen zu Rückfragen oder zu vorsichtigeren Einschätzungen.
Wie weit die Gesundheitsfragen zurückreichen, legt jede Gesellschaft selbst fest. Nach meiner Erfahrung gilt in der Regel:
- Ambulante Behandlungen: die letzten drei bis fünf Jahre
- Stationäre Behandlungen: die letzten fünf bis zehn Jahre
- Psychotherapie: die letzten fünf bis zehn Jahre
Für diese Zeiträume sollten die Unterlagen vollständig sein. Maßgeblich sind am Ende immer die Fragen im Antrag der jeweiligen Gesellschaft.
Welche Antworten möglich sind
- Annahme ohne Zuschlag zu normalen Bedingungen.
- Annahme mit Risikozuschlag: ein dauerhafter Aufschlag auf den Beitrag.
- Annahme mit Leistungsausschluss: Die Vorerkrankung oder ein bestimmter Bereich ist vom Versicherungsschutz ausgenommen.
- Ablehnung durch diese Gesellschaft.
- Rückfragen, wenn Angaben oder Befunde fehlen.
Wie unterschiedlich die Antworten ausfallen können, zeigen echte, anonymisierte Fälle aus meiner Beratung: Bei einem Kind mit angeborenem Herzfehler sagten von 19 angefragten Gesellschaften 18 ab, eine machte ein Angebot (Fall Herzfehler). Bei einer Hashimoto-Diagnose reichten die Antworten von Annahme ohne Zuschlag bis zu Zuschlägen von über 360 Euro (Fall Hashimoto).
Die Grenzen der Voranfrage
- Unverbindlich: Die Antwort ist eine Einschätzung, kein Vertrag. Verbindlich wird erst die Annahme Ihres Antrags.
- Volle Anzeigepflicht beim Antrag: Im Antrag müssen alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, und zwar bis zur Abgabe Ihrer Vertragserklärung (§ 19 Abs. 1 VVG). Neue Diagnosen zwischen Voranfrage und Antrag gehören deshalb in den Antrag.
- Folgen falscher Angaben: Je nach Verschulden kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen (§ 19 Abs. 2 bis 4 VVG, § 21 VVG), bei Arglist den Vertrag anfechten (§ 22 VVG).
Datenschutz
Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten (Art. 9 DSGVO). Bei der anonymen Voranfrage erhalten die Versicherer Ihre Gesundheitsangaben ohne Namen und Anschrift. Personenbezogen werden Ihre Daten erst mit dem Antrag bei der Gesellschaft, für die Sie sich entscheiden.
Mit Ihren Unterlagen gehen wir vertraulich um, das gilt für mich und für das Risikoteam der verticus AG. Wir fragen anonymisiert an, sodass Ihr Name bei den Gesellschaften nicht auftaucht.
Häufige Fragen
Kostet die anonyme Risikovoranfrage etwas?
Bei mir ist sie Teil der Beratung und kostet Sie nichts.
Wie lange dauert eine Risikovoranfrage?
Nach meiner Erfahrung liegen erste Ergebnisse der Gesellschaften nach einem bis fünf Tagen vor. Vorher steht ein Erstgespräch von etwa 15 bis 30 Minuten, in dem ich Ihre Vorgeschichte und Ihre Unterlagen aufnehme.
Wie viele Gesellschaften werden angefragt?
Das hängt von der Vorerkrankung ab. Das Risikoteam der verticus AG, mit dem ich zusammenarbeite, weiß aus Erfahrung, welche Gesellschaften bei welchen Erkrankungen Angebote zeichnen. In der Regel werden zehn bis zwanzig Gesellschaften oder mehr angefragt.
Für welche Zeiträume brauche ich Unterlagen?
Das legt jede Gesellschaft selbst fest. Nach meiner Erfahrung fragen die Gesellschaften in der Regel ambulante Behandlungen der letzten drei bis fünf Jahre ab, stationäre Behandlungen und Psychotherapie der letzten fünf bis zehn Jahre.
Ist die Antwort des Versicherers verbindlich?
Nein. Die Antwort auf eine Voranfrage ist eine unverbindliche Einschätzung. Verbindlich wird erst die Annahme Ihres Antrags, für den die volle Anzeigepflicht nach § 19 VVG gilt.
Erfährt der Versicherer meinen Namen?
Bei der Voranfrage nicht. Die Gesundheitsangaben gehen ohne Namen und Anschrift an die Versicherer. Personenbezogen werden Ihre Daten erst mit dem Antrag bei der Gesellschaft, für die Sie sich entscheiden.
Was, wenn alle Gesellschaften ablehnen?
Dann bleibt der Basistarif. Die Versicherer müssen Antragsteller dort ohne Risikozuschlag und ohne Leistungsausschluss aufnehmen (§ 152 VAG, § 203 Abs. 1 VVG). Die Leistungen entsprechen etwa dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung.
Nächster Schritt
Vorerkrankung und unsicher, ob Sie angenommen werden?
Im Erstgespräch klären wir, ob eine anonyme Risikovoranfrage für Sie sinnvoll ist. Erste Ergebnisse der Gesellschaften liegen meist nach einem bis fünf Tagen vor.
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